Streit macht CeWe Color und Oldenburg bekannter

HEDGEFONDS Abwehrmaßnahmen Thema beim Förderverein Wirtschafts- und Rechtswissenschaften

Von Rüdiger zu Klampen

OLDENBURG – Die Auseinandersetzung des Fotodienstleisters CeWe Color mit aggressiven Hedge-Fonds hatte auch eine positive Auswirkung: Das Unternehmen und Oldenburg sind sehr bekannt geworden. Diese Bilanz des monatelangen Konfliktes, bei dem es u. a. um die Forderung von hohen Ausschüttungen ging, zog Dienstagabend der CeWe Personalvorstand Michael Wefers. Juristen des Unternehmens hätten zwar noch mit Anfechtungsklagen zur Hauptversammlung zu tun; das Management aber könne sich endlich wieder schwerpunktmäßig dem Markt widmen. Das habe über Monate wegen des Konfliktes gelitten, sagte Wefers beim „Praktikerforum“ des Fördervereins der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften an der Oldenburger Universität.

Er schilderte vor mehr als 100 gebannt zuhörenden Studierenden, wie CeWe Abwehrmaßnahmen gegen Fonds erlerne bzw. einkaufen musste – von mehr Öffentlichkeitsarbeit über Mentaltraining für Führungskräfte bis hin zur Organisation einer „wasserdichten“ Hauptversammlung, die keine Angriffsflächen für Anfechtungen bieten sollte.

Wefers empfahl für ähnliche Fälle: Geschlossenheit von Vorstand und Aufsichtsrat; sich früh Investoren zu suchen, „die passen“; für hohe Präsenz auf Hauptversammlungen zu werben und nicht mit einer dauerhaften, sehr hohen Eigenkapitalquote Begehrlichkeiten zu wecken.

Professor Jörg Prokop hatte in die Thematik der Hedge-Fonds eingeführt. Ziel des Forums sei es, Studierenden Hintergrund-Informationen zu einer Thematik zu geben, die Unternehmen der Region betreffen, sagte die Vereinsvorsitzende Mirja Viertelhaus-Koschig. Auch das Thema Hedge-Fonds sei „bei uns in der Provinz angekommen“, konstatierte Stellvertreter Prof. Thomas Breisig.